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Artikel des Herstellers: Polsterbräu

Gründung: 1858 Nankendorf, Oberfranken

Schließung: 1974

Wiedereröffnung: Februar 2018

Seit im August 2015 der Probesud "Bräumichl" und im August 2017 die Probesude "Gülden Pils", "Blondes" und Doppelbock eingebraut wurden, erlebt die Brauerei „Polsterbräu“ ein Comeback. Doch die Geschichte des berühmten Bieres aus Nankendorf beginnt schon 2 Jahrhunderte früher.


Den Anfang machte Michael Polster im Jahre 1858. Er gründete die „Polsterbräu“ und wurde mit seinem Bier als „Wirts-Michl“ bekannt. Von da an wuchs nicht nur die Brauerei, sondern auch die Brauerfamilie Polster.


Die nächste Generation, Johann und Katharina Polster, erweiterte die Brauerei 1927 um einen Gasthof. Das Wohn- und Gasthaus der Familie Polster ist bis heute gemeinsam mit der Kirche ein Erkennungsmerkmal von Nankendorf. Zunächst in Eigenbewirtschaftung (bis 1951) und dann unter den Pächtern Hans Wölfel und Paul Klaus wurde der Brauereigasthof Polster zu einem touristischen Anziehungspunkt. Neben dem Bier lockten vor allem die fränkischen Brotzeiten Wanderer an.


Die „Polsterbräu“ war daher nicht nur ein Garant für gutes Bier sondern auch ein großer Arbeitgeber. Denn nicht nur das Bier wurde selbst produziert, es gab auch eine hauseigene Schreinerei, die für die Produktion von Bierkästen zuständig war.


Die 4. Generation der Brauerfamilie, unter der Führung von Werner und Gisela Polster, machte die „Polsterbräu“ zu einem festen Bestandteil fränkischer Bierkultur. In beinahe jedem Winkel der fränkischen Schweiz wurde das Polsterbier in den Gaststätten ausgeschenkt. Im Jahre 1971 hatte die Brauerei einen Ausstoß von ca. 33.000 hl Bier. Um dieser enormen Menge gerecht zu werden, besaß die „Polsterbräu“ bereits damals einen eigenen „Bierlaster“, um die Gaststätten zu beliefern.


Nachdem Werner Polster aus persönlichen Gründen die Brauerei Zorn in Eppingen übernahm, gab es nach zwischenzeitlicher Unterverpachtung an Tucher Nürnberg im Jahre 1974 das endgültige Aus der „Polsterbräu“ in Nankendorf.


Der Brauereigasthof bestand unter den Pächterpaaren Jürgen und Sieglinde Taschner und später Thomas und Corinna Günzel weiter. Zu dieser Zeit lag der Fokus jedoch hauptsächlich auf den kulinarischen Spezialitäten des Gasthofes.


Das „Bräumichlbier“ stellte kurzzeitig einen Neuanfang der Brautradition dar. Nach dem Gründer der Brauerei Michael Polster benannt und auf der Grundlage des überlieferten Polsterbräu-Rezeptes wurde es im August 2015 im Lohnbrauverfahren wieder hergestellt. Im Januar 2016 öffnete dann auch der Brauereigasthof wieder seine Tore. Nach liebevoller Restauration der Gaststube freuten sich Karin Klaus und ihr Team, die Gäste im gemütlichen Ambiente mit gutem Bier und hausgemachten, fränkischen Brotzeiten zu bewirten. Im Juni 2017 wurde das Gasthaus jedoch aus wirtschaftlichen Günden wieder geschlossen und ein neuer Besitzer für "Polsterbräu" gesucht.


Heute befindet sich die Brauereigaststätte im Besitz der Stadt Waischenfeld. Die Marke "Polsterbräu" wird jedoch als Privatbrauerei weiterbetrieben.


Im Oktober 2017 startete der in Baden-Württemberg wohnende Unternehmer und Bierliebhaber Janus Nowak mit seinem Geschäftspartner Stan Suchy (London) ein revolutionäres Crowdfunding Projekt auf die Beine, das zum Ziel die Wiederherstellung der alten Polsterbräu Brautradition hatte.


Anfang Februar 2018 war es dann soweit: Der erste Doppelsud "Ur-Märzen" wurde unter Verwendung der Original-Rezepturen im Lohnbrauverfahren angesetzt und Anfang April an die vielen Hundert Investoren verteilt.


Schnell stieg die Nachfrage nach diesem köstlichen Bier, sodaß im Mai 2018 die ersten 50hl "Blondes" in den Verkauf kamen.


Jetzt wird der Rest der Polsterbräu-Geschichte geschrieben...

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